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Dietrich-Bonhoeffer-Klinikum Neubrandenburg

Das Dietrich-Bonhoeffer-Klinikum Neubrandenburg etabliert die LORENZO SolutionCentre-Plattform– in Rekordzeit

Der Wunschzettel war beträchtlich: Zwei Klinikinformationssysteme (KIS) mussten abgelöst werden. Vier Standorte galt es zu integrieren und mehrere schon vorhandene Drittsysteme anzubinden. Doch damit nicht genug: Weil die Mitarbeiter pünktlich zur Fusion des Dietrich-Bonhoeffer-Klinikums Neubrandenburg mit dem Tochterkrankenhaus im mecklenburgischen Malchin an allen Standorten mit dem neuen System arbeiten sollten, wurde ein ehrgeiziger Zeitplan aufgestellt: Die Umstellung sollte innerhalb von dreieinhalb Monaten über die Bühne gehen. Das Unternehmen iSOFT erhielt den Zuschlag und nahm die Herausforderung an. Es etablierte fristgerecht die LORENZO SolutionCentre-Plattform als standortübergreifende Lösung, in der nicht nur in den Außenstandorten Terminalservertechnologien zum Einsatz kamen.

Die Entscheidung der Evangelischen Krankenhausbetriebsgesellschaft mbH Neubrandenburg, am Dietrich-Bonhoeffer-Klinikum Neubrandenburg ein neues KIS einzuführen, hatte mehrere Väter. Am Hauptstandort in Neubrandenburg / Allendestraße und in den beiden Außenstellen in Neubrandenburg / Külzstraße und Altentreptow wurde bisher mit dem Krankenhausinformationssystem der Firma BOSS gearbeitet, das abgelöst werden sollte. Politisch stand zum 1. Januar 2007 außerdem die Fusion mit der Krankenhaus Malchin GmbH auf dem Programm, wo die Ärzte bisher in einem SIEMENS-KIS dokumentierten. „Da bot es sich an, das neue KIS gleich auch am Standort Malchin einzuführen“, sagte der Arzt und Medizincontroller Dipl.-Med. Hartmut Raguß, der als Projektleiter vor Ort verantwortlich zeichnete.

Dank optimaler Kooperation termingerecht durchs Ziel

Mit seinen vier Standorten ist das Dietrich-Bonhoeffer-Klinikum eine Einrichtung der Schwerpunktversorgung mit 1121 Betten. Pro Jahr werden mehr als 90.000 Patienten in 25 modern ausgestatteten Kliniken und Instituten stationär, teilstationär und ambulant versorgt. Das Einzugsgebiet reicht von Nordbrandenburg über große Teile Vorpommerns bis hinüber nach Mecklenburg. Einzelne Spezialdisziplinen, etwa die Augenheilkunde, ziehen Patienten aus dem gesamten Bundesgebiet an. Nach einer ersten Sondierungsphase wurde die Einführung eines neuen KIS im Juni 2006 ausgeschrieben – ein Großprojekt, das außer den vier Klinikstandorten mit insgesamt 750 Computerarbeitsplätzen auch noch eine Rehabilitationsklinik am Standort Neubrandenburg / Allendestraße umfasste.

Mit seiner Lösung LORENZO SolutionCentre-Plattform setzte sich das international ausgerichtete Unternehmen iSOFT gegen namhafte Mitbewerber durch. Der offizielle Startschuss für das Projekt fiel am 14. September 2006. „Wir wollten das neue KIS mit der Fusion in Betrieb nehmen und machten deswegen die Vorgabe, dass wir das alte BOSS-System zum 1. Januar 2007 abschalten wollten“, so Raguß. Das gelang in einer Gemeinschaftsaktion, bei der die Klinikmitarbeiter, die Projektleitung und das iSOFT-Team optimal kooperierten. Nach dem Aufbau des Systems wurde die Belegschaft an allen Standorten vier Wochen lang intensiv geschult. Wenige Tage vor Neujahr ging LORENZO in den Echtbetrieb, und pünktlich am 1. Januar 2007 wurde das Altsystem abgeschaltet.

Gesucht: Eine Lösung aus einer Hand

„Was wir vor allem gesucht haben, war eine Lösung aus einer Hand, die ähnlich wie das bisherige System sowohl den Klinik- als auch den Verwaltungsalltag abbilden konnte“, erinnert sich Raguß. Trotzdem sollten vorhandene Drittsysteme integriert werden können, darunter das Apotheken- und Materialwirtschaftssystem Amor3 von Aescudata und das Managementinformationssystem eisTiK.net von der KMS Information und Organisation GmbH. Eine der wichtigsten Bedingungen aber war, dass die neue Lösung kompatibel mit dem seit einigen Jahren in Neubrandenburg eingesetzten Laborinformationssystem von SYSMEX sein sollte.

Das LORENZO SolutionCentre konnte von allen angetretenen Lösungen diese Anforderungen am besten erfüllen. Die Umsetzung funktionierte hervorragend: „Die Mitarbeiter können jetzt vom Stationsarbeitsplatz aus Laboranforderungen versenden und die Befunde direkt aus dem KIS heraus einsehen“, betonte Dipl-Ing. Viktor Wehser, der Leiter des IT-Zentrums der Klinik-Service Neubrandenburg GmbH, die als 100prozentige Tochter der Evangelischen Krankenhausbetriebsgesellschaft mbH unter anderem die IT-Dienstleistungen für das Dietrich-Bonhoeffer-Klinikum liefert. „Das Unternehmen iSOFT hat sich sehr offen in der Anbindung von Fremdsystemen gezeigt. Das ist für größere Kliniken wie unsere unverzichtbar“, so der IT-Leiter.

Moderne Oberfläche, viel Gestaltungsspielraum

Das LORENZO SolutionCentre bildet in Neubrandenburg das komplette ambulante und stationäre Patientenmanagement ab. Die komplexen Prozesse in Medizin und Pflege, an denen häufig eine große Zahl von Einrichtungen und Instituten beteiligt sind, lassen sich effizient steuern. „Einen Vorteil des neuen Systems sehen wir darin, dass sich klinische Abläufe deutlich detaillierter darstellen lassen als bisher“, betonte Raguß. So können beispielsweise problematische Anfragen des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen (MDK) besser beantwortet werden, weil mehr Informationen über die einzelnen Ablaufschritte zur Verfügung stehen als vorher.

Durch die Vereinheitlichung der Informationssysteme in den Kliniken konnten außerdem viele Schnittstellenprobleme beseitigt werden. So hat sich der Aufwand für die Krankenhausapotheke deutlich verringert, weil alle Standorte jetzt für ihre Arzneimittelbestellungen eine einheitliche elektronische Auftragskommunikation nutzen. Verbessert hat sich auch der Zugriff auf medizinische Daten von Patienten, die aus Malchin nach Neubrandenburg oder umgekehrt verlegt werden, weil in beiden Häusern jetzt dasselbe Informationssystem genutzt wird. Generell fällt den Anwendern im Vergleich zum Altsystem die deutlich modernere grafische Oberfläche auf, die per Maus oder Tastatur gesteuert werden kann.

Hochverfügbarkeit und Terminalservertechnologie

Technologisch liegt der Installation eine terminalservergestützte Lösung zugrunde, bei der die Mitarbeiter von rund 750 Arbeitsplätzen an den unterschiedlichen Standorten direkt auf das am Standort Neubrandenburg / Allendestraße angesiedelte Rechenzentrum zugreifen. Hier tun 54 Datenbank- und Terminalserver ihren Dienst, die über insgesamt vier Terabyte Speicherkapazität verfügen. „Dezentral werden keine Daten mehr gespeichert“, betonte Wehser. Zur Datenübertragung zwischen den Standorten stehen je 2 Megabit-Standleitungen zur Verfügung.. Innerhalb der Außenstellen kommt ein 10 Megabit-Ethernet zum Einsatz. „Um den Zugriff auf medizinische Daten so zuverlässig wie möglich zu gewährleisten, haben wir in Zusammenarbeit mit der Dr. Netik & Partner GmbH außerdem eine Hochverfügbarkeitslösung realisiert, die extrem ausfallsicher ist“, betonte iSOFT-Projektleiter Martin Heinbuch.

Nächste Baustelle: RIS/PACS

Das Konzept ist aufgegangen: „Die Reaktionen auf den Systemwechsel sind ganz überwiegend positiv“, berichtete Raguß. Die in den ersten Wochen nach Start des Echtbetriebs nötige intensive telefonische Betreuung der Mitarbeiter, die von der IT-Abteilung des Klinikums und dem iSOFT-Team gemeinsam mit Hilfe einer Art Mini-Callcenter realisiert wurde, konnte längst auf Normalmaß zurück gefahren werden. Die Präsenz von iSOFT-Mitarbeitern vor Ort wurde bereits Anfang Januar nach nur einer Woche Übergangszeit beendet. „Insgesamt hat die Zusammenarbeit mit iSOFT sehr gut funktioniert“, so Raguß, „alle Mitarbeiter haben ein hohes Engagement an den Tag gelegt und sind auf diverse Sonderwünsche von uns eingegangen.“

Mit der Etablierung des LORENZO SolutionCentre hat das Klinikum Neubrandenburg seine wichtigste IT-Baustelle abgearbeitet. Bis ins Jahr 2003 zurück wurden mittlerweile Bewegungsdaten, Diagnosen, Prozeduren und sämtliche Dokumente der elektronischen Patientenakte aus dem alten BOSS-Systems auf die iSOFT-Plattform überführt. Die Migration der Daten aus dem SIEMENS-KIS in Malchin ist derzeit in der Umsetzung. Doch auch danach geht es weiter: Eines der nächsten Projekte, das ansteht, ist der Aufbau eines Prozessmanagementsystems inkl. Bildarchivierung in der Radiologie. „Hier wünschen wir uns eine ähnlich tiefe Integration in die iSOFT-Plattform, wie sie für das Laborinformationssystem gelungen ist“, so Wehser. Klare Sache: Ärzte wollen sich in erster Linie optimal um ihre Patienten kümmern, und nicht um das IT-System.